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Wie man mit Portraitfotos  Geschichten mit “human touch” erzählt

18. Juli 2023
Lesezeit: 5 Minuten

Du interessierst dich für Portraitfotografie und willst wissen, wie man mit Portraitaufnahmen spannende  Geschichten erzählen kann? In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du nicht nur einen Menschen fotografierst, sondern auch sein Wesen zeigen und mit einem Bild aus seinem Leben erzählen kannst.

Einführung in die Portraitfotografie

Die Portraitfotografie erfordert nicht nur technisches Know-how, sondern auch Einfühlungsvermögen - denn schließlich willst du einen Menschen möglichst authentisch und unverkrampft darstellen. Vor dem eigentlichen Shooting solltest du dir deshalb unbedingt Zeit nehmen, um dein Model kennenzulernen. Sprich mit ihm über seine Persönlichkeit, seine Interessen und auch darüber, was er oder sie mit dem Portraitfoto ausdrücken möchte. Dies wird dir helfen, eine entspannte, vertrauensvolle Atmosphäre für das Shooting zu schaffen. Denn der oder die Porträtierte muss Dir mit einer gewissen Offenheit gegenübertreten, damit gute Porträtbilder entstehen können. 

Fotostudio
© Bild von Freepik

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Portraitfotografie ist die Wahl des passenden Hintergrunds. Er sollte nicht vom Model ablenken, sondern es vielmehr betonen und in den Fokus rücken. Um die optimale Lösung zu finden, experimentiere mit verschiedenen Optionen: zum Beispiel einer einfarbigen Wand, einer natürlichen Umgebung oder einem interessanten Architekturdetail.

Portrait eines jungen Mannes
© Vitta Gallery / Westend61

Wichtig: vertrauensvolle Atmosphäre für das Model

Doch wie gelingt es dir nun, Emotionen im Bild rüberzubringen und auch ohne Worte eine kleine Geschichte zu dem fotografierten Menschen zu erzählen? Wie oben bereits angedeutet, ist es hierfür wichtig, eine persönliche Verbindung zu deinem Modell aufzubauen. Begegne ihm/ihr auf Augenhöhe in respekt- und vertrauensvoller Atmosphäre. Manche Menschen lassen sich eher ungern fotografieren und sind dann vor der Kamera etwas gehemmt. Versuche deinem Model etwaige Hemmungen zu nehmen. Sei offen für ein entspanntes Gespräch, zeige Interesse an der Person vor der Kamera. Dann wirst du eher merken, wie dein Gegenüber “tickt”. Das macht es leichter, authentische Emotionen und Gesten einzufangen. 

Lob für gute Posen oder ausdrucksstarke Gesten motivieren und steigern das Selbstbewusstsein. Gleichzeitig ist es wichtig, dem Modell Raum zu lassen, um auch eigene Ideen und Vorstellungen einzubringen. Dies fördert die Zusammenarbeit und ermöglicht es, gemeinsam die gewünschten Emotionen und Geschichten einzufangen. Es ist außerdem ratsam, regelmäßige kurze Unterbrechungen einzulegen, um dem Modell Zeit zum Entspannen zu geben und Ermüdungserscheinungen vorzubeugen. Nutze diese Pausen auch, um das bisher Erreichte zu besprechen und eventuelle Anpassungen vorzunehmen. Sei geduldig: Nicht jedes Bild wird sofort perfekt sein, und es kann einige Versuche benötigen, um den gewünschten Ausdruck zu erreichen. Behalte immer im Hinterkopf, dass es ein gemeinsamer Prozess zwischen dir und dem Model ist. Durch offene Kommunikation, gegenseitiges Feedback und Geduld schaffst du eine Verbindung zu deinem Model und kannst so authentische und aussagekräftige Bilder gestalten.

Junge Frau an der Isar
© Joseffson / Westend61

Überlege dir schon vor dem Shooting, welches Gefühl oder welche Stimmung du transportieren möchtest und wie du das am besten umsetzen kannst. Denke daran, dass jedes Bild eine Geschichte erzählen kann, sei es durch den Blick des Models, seine Pose oder auch durch den Hintergrund. Nutze diese Elemente bewusst, um die gewünschte Botschaft zu vermitteln. 

Mann macht Fingerrahmen
© Eva Blanco / Westend61

Bei aller Überlegung und Planung ist es aber auch wichtig, “im Moment zu leben” und den richtigen Augenblick abzupassen: Emotionen sind flüchtig und können sich schnell ändern. Halte deine Kamera bereit und sei bereit für diese intensiven Augenblicke (...und hier sind es wirklich manchmal “Augen-Blicke”...), in denen ein Mensch auch ohne Worte sein Wesen offenbart. Wenn du dann schnell reagierst und den richtigen Moment einfängst, kannst du echte Emotionen deines Gegenübers im Bild festhalten - und damit eine Geschichte erzählen, die den Betrachter berührt. 

Portraitfotografie erfordert also Sensibilität, Empathie und ein Gespür für den richtigen Moment. 

Welche Kameraeinstellungen und Objektive man wählen sollte

Und natürlich sind auch die richtigen Kameraeinstellungen und Objektive wichtige Voraussetzungen für gute Porträts. Eine große Blende (kleiner f-Wert, z.B. f1.8 oder f2.8) bewirkt einen unscharfen Hintergrund und lässt den/die Porträtierte(n) deutlich hervortreten. Ein Porträtobjektiv mit einer Brennweite von 50 bis 85 mm ist ideal, da es eine natürliche Perspektive bietet und die Verzerrung minimiert. Auch ein Teleobjektiv kann sinnvoll sein, denn mit ihm kann man aus größerer Entfernung fotografieren. Das ist manchmal angenehmer und entspannter für das Model, so dass es sich natürlicher geben kann. Die Wahl der Kameraeinstellungen und Objektive sollte bewusst auf den erwünschten Effekt abgestimmt sein. Experimentiere mit verschiedenen Optionen und finde heraus, welche sich  wofür am besten eignent. So kannst du deinen eigenen Stil entwickeln und einzigartige Portraitfotos mit “human touch” aufnehmen.

Allerdings heißt Portrait nicht immer Nahaufnahme eines menschlichen Gesichts. Es kann auch eine Ganzkörperaufnahme sein, die den Menschen in seiner typischen Umgebung zeigt: zum Beispiel einen Schriftsteller in seinem Arbeitszimmer oder einen Koch in seiner Küche. Solche Hintergründe verstärken dann die Geschichte. Hierfür eignen sich dann eher wieder Weitwinkelobjektive. Die Blende sollte hier auch kleiner (größerer f-Wert) gewählt werden, um mehr Tiefenschärfe zu erzeugen und dadurch den Hintergrund deutlicher zu zeigen. 

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Mann trinkt eine Tasse Kaffee
© Roger Richter / Westend61

Wie man das Licht nutzt, um Emotionen zu vermitteln

Auch in der Portraitfotografie ist das gekonnte Spiel mit Licht und Schatten ein wichtiges Gestaltungsmittel für starke Bilder. Wenn du das Licht geschickt einsetzt, kannst du eine ganz bestimmte Stimmung erzeugen und die Emotionen deines Motivs betonen. 

Zunächst einmal ist es wichtig, die verschiedenen Arten von Licht zu verstehen und wie sie sich auf das Aussehen und die Atmosphäre deiner Bilder auswirken. Helles, diffuses Licht erzeugt eine weiche und romantische Stimmung, während hartes, kontrastreiches Licht geheimnisvolle und dramatische Effekte erzeugen kann. Experimentiere mit verschiedenen Lichtquellen wie natürlichem Licht, Lampen oder sogar Kerzen, um verschiedene Stimmungen zu erzeugen. 

Wichtig ist auch der Winkel, in dem das Licht auf das Model fällt. Probiere verschiedene Konstellationen von Model und Beleuchtung aus und experimentiere mit künstlichem und natürlichem Licht. Frontales Licht kann das Gesicht aufhellen und die Ausdrücke deutlicher machen, während seitliches oder rückwärtiges Licht interessante Schatteneffekte erzeugen kann. Denke auch daran, dass es keine festen Regeln gibt und dass der kreative Einsatz von Licht zu einzigartigen und aussagekräftigen Bildern führen kann. Also, hab Spaß und bringe deine Fotos zum Leuchten!

Frau sitzt auf dem Sofa, Retro-Style
@ Zeljlko Dangubic / Westend61

Fazit

Die Portraitfotografie ist eine einzigartige Kunstform, die es uns ermöglicht, Emotionen einzufangen und Geschichten zu erzählen. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, eine Verbindung zu unserem Modell aufzubauen, um authentische Emotionen hervorzurufen. Darüber hinaus haben wir gesehen, welche Kameraeinstellungen und Objektive am ehesten zum gewünschten Ergebnis führen. Und wir haben gesehen, wie stimmungsvoll sich verschiedene Arten und Einfallswinkel von Licht einsetzen lassen. 

Portraitfotografie erfordert also technisches Know-how und menschliches Einfühlungsvermögen gleichermaßen. Hinzu kommen als weitere wichtige Voraussetzungen Geduld und Experimentierfreude. Denn jedes Fotoshooting ist eine neue Möglichkeit, etwas Einzigartiges zu kreieren und das Wesen eines Menschen zum Ausdruck zu bringen. 

FAQ

Zunächst einmal ist es wichtig, die Kamera und ihre Funktionen zu kennen und zu beherrschen. Man muss wissen, wie man Belichtung, Fokus und Weißabgleich einstellt, um das bestmögliche Fotoergebnis zu erzielen. Auch ein gutes Gespür für Komposition und Bildgestaltung ist wichtig. Um ein Porträtbild interessant und ansprechend zu gestalten, muss der/die Porträtierte vorteilhaft im Bild platziert sein. Außerdem ist es sehr wichtig, eine angenehme Atmosphäre für das Model zu schaffen. Als Fotograf sollte man in der Lage sein, das Model zu führen und Anweisungen zu Posen und Ausdrücken zu geben. Zudem ist es wichtig, ein Gespür für den richtigen Moment zu haben, um natürliche und authentische Porträts einzufangen. Man sollte in der Lage sein, Fotos zu bearbeiten und zu retuschieren, um den gewünschten Look und Stil zu erreichen. 

Das Fokusfeld für ein Portrait soll das Gesicht des/der Portraitierten möglichst deutlich und scharf zu erfassen. Es ist wichtig, die Augen, den Mund und andere Merkmale des Gesichts klar und detailliert darzustellen. Die Wahl des richtigen Fokusfeldes kann entscheidend sein, um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Gesicht des Portraitierten zu lenken und eine emotionale Verbindung herzustellen. Für ein Portrait kann das Einzelpunkt-AF-Fokusfeld verwendet werden, um gezielt einen bestimmten Bereich des Gesichts, beispielsweise die Augen, in den Fokus zu nehmen. Diese Technik ermöglicht es, die Details und Ausdrücke des Gesichts präzise einzufangen und eine natürliche Schärfe zu erzeugen. Alternativ kann auch das erweiterte AF-Fokusfeld genutzt werden, um einen etwas größeren Bereich des Gesichts scharf zu erfassen. Dies empfiehlt sich besonders dann, wenn der Portraitierte sich leicht bewegt und ein präzises Anvisieren bestimmter Partien darum schwierig sein könnte. Ein weiteres Fokusfeld, das für Portraits geeignet ist, ist das Gesichtserkennungs-AF-Fokusfeld. Diese Funktion erkennt automatisch das Gesicht im Bild und stellt darauf scharf. Dadurch wird sichergestellt, dass das Gesicht des/der Portraitierten immer scharf abgebildet wird, selbst wenn dieser sich bewegt oder die Position wechselt. Die Wahl des Fokusfeldes hängt auch von den persönlichen Vorlieben des Fotografen ab. Jedes Fokusfeld kann unterschiedliche Ergebnisse liefern und es ist ratsam, verschiedene Optionen auszuprobieren, um herauszufinden, was am besten funktioniert.

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Autor

Julia
Ich bin Julia, eine begeisterte Fotografin und Autorin in diesem Blog. Hier teile ich meine Erfahrungen, Tipps und Tricks rund um die Fotografie, Design und Marketing. Begleite mich auf meinem kreativen Abenteuer und lass dich inspirieren!
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